Ausschreibung des Wettbewerbs exzellente Lehre
Lehre und Forschung sind gleichrangige Kernaufgaben der Hochschulen.
Neues Wissen zu generieren, Studierende für anspruchsvolle Aufgaben auszubilden und den wissenschaftlichen Nachwuchs zu qualifizieren, sind unentbehrliche Beiträge für eine Wissensgesellschaft, die im internationalen Wettbewerb in besonderer Weise auf Innovationen angewiesen ist.
Internationale Beispiele zeigen, dass herausragende Hochschulen ihre Wertschätzung neben der Forschung maßgeblich einer erfolgreichen Hochschullehre verdanken. In Deutschland ist die Selbstwahrnehmung vieler Universitäten primär durch die Forschung geprägt, erst in zweiter Linie verstehen sie sich als Ausbildungseinrichtungen, so dass die Lehre im Hochschulalltag vielfach im Schatten der Forschung steht. Für Hochschullehrer und Nachwuchswissenschaftler gilt die Forschung als maßgeblich für die wissenschaftliche Reputation und Karriere. Da für Studierende und Nachwuchswissenschaftler jedoch auch das Vorbild engagierter Hochschullehrer von zentraler Bedeutung ist, sollte dringend der Stellenwert der Hochschullehre erheblich erhöht werden.
Der Bologna-Prozess hat dazu beigetragen, das Bewusstsein hierfür zu schärfen. Die Umstellung auf ein gestuftes Abschlusssystem, die Modularisierung und die Perspektive auf den berufsqualifizierenden Charakter des Studiums geben zunehmend Anlass, die Qualität von Lehre und Studium kritisch zu betrachten, gilt es doch, im Rahmen der Strukturreformen eine neue, studierendenzentrierte Lehr- und Lernkultur in den Hochschulen auf hohem Niveau zu entwickeln.
Um die Entwicklung exzellenter Lehre an den Hochschulen weiter zu stimulieren, schreiben die Länder und der Stifterverband gemeinsam den Wettbewerb exzellente Lehre aus. Gegenstand dieses Wettbewerbs sind strategische Konzepte, in denen die Hochschulen auf der Grundlage ihres Selbstverständnisses und ihrer bisherigen Leistungen in der Lehre ihre Ziele in Bezug auf Studium und Lehre definieren und darlegen, wie sie ihre Sichtbarkeit und Attraktivität als Ausbildungsstätte – insbesondere für grundständige Studierende (undergraduates) – maßgeblich steigern wollen.
Der Wettbewerb ist mit 10 Mio. Euro dotiert, von denen 6 Mio. Euro für Konzepte der Universitäten und 4 Mio. Euro für Konzepte der Fachhochschulen zur Verfügung stehen. Die ausgezeichneten Konzepte werden über einen Zeitraum von drei Jahren mit jeweils bis zu 1 Mio. Euro gefördert; die Hochschulen werden in der Umsetzung von den Gutachterkommissionen begleitet.
| Auszeichnungswürdige Konzepte lassen erkennen, dass Studium und Lehre im Leitbild der jeweiligen Hochschule einen prominenten Platz haben und regelmäßig Gegenstand der Entwicklungsplanung, Qualitätssicherung und strategischen Steuerung sind. Die antragstellende Hochschule hat sich mit dem Beschluss der Kultusministerkonferenz "Qualitätssicherung in der Lehre" vom 22. September 2005 und den "Empfehlungen zur Qualitätsverbesserung von Lehre und Studium" des Wissenschaftsrates auseinander gesetzt. Sie legt überzeugend dar, wie Lehre und Studium im Sinne dieser Empfehlungen und mit Blick auf das spezifische Ausbildungsprofil weiterentwickelt werden. Mit ihrer Teilnahme am Wettbewerb verpflichtet sich die Hochschule, im Falle der Auszeichnung des Konzepts in einem "Qualitätszirkel" der Preisträger an der Entwicklung fachübergreifender Standards guter Lehre mitzuarbeiten. |